Tage wie Zuckerwatte auf Little Corn Island

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Lange habe ich mich gefragt, ob mich die Insel auch dieses Mal überzeugen kann. Das ist das Risiko, wenn man Orte mehrmals besucht. Beim ersten Mal ist alles neu, aufregend und wunderschön. Ein paar Jahre später stechen dann vor allem die negativen Veränderungen ins Auge. Doch das Eiland blieb sich treu. Seit meinem letzten Besuch vor fünf Jahren hat sich nicht viel verändert – und das ist gut so! Noch immer sind die Locals superfreundlich, Gerüchte verbreiten sich schneller als man von einem Inselende zum anderen kommt und noch immer kostet der frische Hummer zum Abendessen weniger als ein Sandwich am Zürcher HB. Little Corn Island, die Insel 70 Kilometer vor dem nicaraguanischen Festland. Der Prototyp einer verträumten karibischen Pirateninsel. Kaum einer, der ihrem Zauber nicht erliegt.

In Managua warten wir auf unseren Besuch aus der Schweiz. Mein ehemaliger Mitbewohner Jonas und Patricias Mutter haben sich angekündigt. Jonas ist sowas wie ein halber Einheimischer auf Little Corn. Seit 15 Jahren kommt er auf die Insel, fast jedes Jahr für ein paar Wochen oder manchmal sogar für einige Monate. Nach der Ankunft beschliessen wir noch ein paar Tage auf Ometepe und in Granada zu verbringen, danach gehts auf die Karibik-Insel. Die Anreise ist immer noch die selbe. Von Managua aus mit dem kleinen Flieger nach Big Corn und danach mit dem Panga (Schnellboot) hinüber nach Little Corn. Bei unserer Ankunft ist das Wetter noch ziemlich durchzogen, ist ja auch Regenzeit. In der Nacht dann zieht ein Sturm auf, stark genug um unsere klapprigen Strandhüttchen richtig durchzurütteln. Kurz denke ich, das Dach fliegt weg, aber dann beruhigt sich die Situation. Am nächsten Morgen zeigt sich das Wetter um einiges freundlicher, es bleibt aber auch für die nächsten Tage wechselhaft.

Schnell erfahren wir die neusten Inselgerüchte. Einer der renomiertesten Hotelanlagen, dem Casa Iguana, ist das Geld ausgegangen. Löhne sollen nicht bezahlt worden sein. Ein handfester Skandal auf dem Eiland. Das mit den Gerüchten ist so eine Sache auf der Insel. Die Leute reden gerne und haben auch die Zeit dazu. Eines der hartnäckigsten Gerüchte besagt, dass viele ihr Haus nur besitzen, weil sie am Strand Kokainpakete gefunden haben. Little Corn Island liegt auf einer Schmuggelroute. Es heisst, Schmuggler würden bei Gefahr ihre Ware im Meer versenkten, um sie ein paar Wochen später von den Locals wieder zurückzukaufen. Neben dem ganzen Reden erkundigen wir natürlich auch die Insel, essen jeden Tag frisch gefangenen Fisch oder sitzen einfach auf unserer Veranda und gaffen, wer da so vorbeikommt.

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‘Gemächlich’ ist das Motto der Insel. Das gilt für die Internetverbindung genauso wie für die Gangart. Autos gibt es keine und Strom erst ab 13:00 Uhr. Wir sind ziemlich schnell drin im Inselleben. Sogar das Wetter gibt sich immer mehr Mühe. Nach einem verhaltenen Start dreht es in der zweiten Woche richtig auf. Wir erleben Tage wie aus Zuckerwatte. Einsame weisse Sandstrände, an denen das türkise Wasser ruhig an den Strand plätschert. Ein verdammter karibischer Traum!

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Als wäre das alles nicht schon toll genug, hat Jonas noch ein echtes Schweizer Fondue mitgebracht. Richtiger Käse nach neun Monaten im Ausland, hmmmm – herrlich! Wir essen es mit Rum (statt Kirsch) und Kokosbrot.

Kein Wunder vergeht die Zeit wie im Fluge. Bevor wir wissen was los ist, sind bereits zwei Wochen um und wir fliegen zurück nach Managua. Die Insel hat uns schwer beeindruckt. Zum Glück ist hier vieles noch so, wie vor vielen Jahren – zumindest in der Nebensaison. (mar)

Und weil es zu Ometepe ausnahmsweise keinen eigenen Beitrag gibt, hier noch ein paar Fotos:

English

It’s Marcel’s second visit to the island and he wasn’t sure what to expect. There’s always a risk that it just won’t be the same anymore. The first time around, everything is new, exciting and beautiful. A couple of years later, he might only notice the changes for the worse. But luckily, that’s not the case for the small island called Little Corn Island, 70 kilometers from Nicaragua’s mainland. Since his last visit five years ago, nothing much has changed. The locals are still super friendly, rumors spread faster than you can walk across the island and fresh lobster is still cheaper than a plain sandwich in our hometown.

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But before we head to the Caribbean paradise, we meet up with Marcel’s former roommate Jonas and my mom in Managua. They’re both here for a visit. We decide to spend a few days on Ometepe and in Granada. And then we’re off to Little Corn. For Jonas it’s almost like coming home, as he has been visiting the island regularly for the past 15 years.

With something like a local at our side, it doesn’t take us long to submerge ourselves in the island vibe. In other words: We take it easy. We start walking even slower and don’t mind having to stop every couple of meters to gossip with one of the locals. Most of the time, we leave our cell phones at home, as there is wifi only on the other side of the island. And, surprise – it’s reeeeally sloooow…. There is no cars or motorbikes anywhere (and no roads, obviously) and power doesn’t come on until about 1pm. All of this helps to live in the moment, and that’s pretty damn relaxing. The only downside: If the weather doesn’t play along, there really isn’t much to do. And during our first week on the island, the sun doesn’t quite come out as often as we’d like it. But when the weather finally does get better, the beauty of this place is even more striking. Unfortunately for my mom, she doesn’t get to see that anymore, as she has to fly back to Switzerland.

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Thanks to Jonas, Marcel and I get to enjoy a slice of ‚home‘ as well. He brought a Swiss cheese fondue to the island – real cheese after nine months abroad. Awesome! We eat it with coconut bread and rum and it’s just delicious!

Even though we don’t rush through our days, time still flies. Before we know it, two weeks have gone by and we fly back to Managua. The island has impressed us. And luckily, it hasn’t changed too much in the past years – at least not during low season.

As there won’t be a post about Ometepe, here’s a few pictures of the island on lake Nicaragua:

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