Liebe auf den zweiten Blick: Oder warum Bocas del Toro seine Zeit brauchte

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Bocas del Toro, oder kurz Bocas, ist das typische Beispiel für eine Liebe auf den zweiten Blick. Nach unserer Ankunft nächtigen wir in einem Hostel etwas ausserhalb – zwischen den Surfstränden (Paunch u. Bluff) und dem Zentrum. Die ideale Ausgangslage, denken wir. Nach links sind es nur wenige Kilometer an die Strände und nach rechts ein Katzensprung ins Zentrum. Die Idee hält dem Realitätscheck nicht stand. Am nächsten Morgen laufen wir mit unseren Brettern unterm Arm über eine Stunde zur Playa Paunch, nur um zu sehen, dass es keine Wellen hat. Damit wir nicht völlig umsonst den weiten Weg auf uns genommen haben, surfen wir einen Spot, den wir auf dem Weg dorthin gesehen haben. Paki Point hat durchaus brauchbare Wellen, aber die brechen in untiefem Wasser auf einem Riff, welches beim anpaddeln unter einem gut sichtbar ist. Unkontrollierte Stürze sollte man hier besser vermeiden. Es geht alles gut. Mit gehörig Adrenalin im Blut machen wir uns auf den Rückweg. Inzwischen hat die Sonne die Strasse so sehr erhitzt, dass wir mit unseren nackten Füssen kaum darauf laufen können. So wird der Heimweg zum Spiessrutenlauf. Wir hopsen und hüpfen von einem kleinen Schattenfleckchen zum nächsten. Ausserdem wird Hundefreundin Patricia von einem Köter ziemlich schroff angeknurrt, und auf dem Fuss von mir macht es sich ein unbekanntes, aber übergrosses Insekt (es war riiiiiesig) gemütlich und sticht zu. Das alles an einem Morgen – etwas zu viel für unseren Geschmack. Wir beschliessen, den Rest des Tages etwas ruhiger anzugehen.

Da swelltechnisch erst in ein paar Tagen wieder Wellen zu erwarten sind, besichtigen wir am nächsten Tag Bocas Town. Das kleine Städtchen sieht schon ziemlich chic aus mit seinem karibischen Charme und den stylischen Bars. Ausserdem realisieren wir, dass es als Ausgangspunkt fürs Surfen ideal ist. Mit dem Wassertaxi ist man im Nu bei diversen Surfspots wie Black Rock und Careneros. Kennt man erst einmal die Preise, ist auch das lästige Verhandeln überflüssig. Einfach aussteigen und dem Fahrer den richtigen Betrag in die Hand drücken. Ausserdem empfiehlt es sich, den Rückweg nicht im Voraus zu bezahlen, häufig erscheint der gute Wassertaxifahrer dann einfach nicht mehr.

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Auf dem Rückweg aus der Stadt schwillt plötzlich mein Fuss an. Das Atom-Insekt vom Vortag war wohl doch nicht so harmlos. Später am Abend sieht der Fuss bereits aus wie ein aufgeblasener Luftballon. Zwei Tage und einige Anti-Histamin-Tabletten braucht der gute Klumpi (so nennen wir den Fuss jetzt), bis er wieder einigermassen zu gebrauchen ist.

Das alles kanns irgendwie nicht gewesen sein. Wir beschliessen, noch einige Tage im Zentrum zu verbringen. Ab dem Zeitpunkt geht’s steil bergauf: Wir gönnen uns, für unsere Verhältnisse, ein luxuriöses Hotel (Pool, Klimaanlage, Kabel-TV), lassen uns vom karibischen Vibe anstecken und surfen die mittlerweile mit Weltklasse-Swell ausgestatteten Surfspots. Jeder Tag ist ein neues Highlight! Hier nur zwei Beispiele, die uns ein Lächeln aufs Gesicht zaubern:

-Am Wochenende wird Bocas mit Rockern geflutet. Die harten Jungs mit ihren schweren Maschinen haben hier einen Töff-Treff. So kommt es, dass sich zwischen die pumpenden Ragga-Tracks plötzlich Guns N’ Roses mischt. Und noch viel besser: diverse Lederjacken lassen ihre Bierbäuche zu Bob Marley kreisen.

-Mein Lieblingskandidat für Situationskomik ist jedoch der gute Local, der ziemlich benebelt ein Wortgefecht mit einem Strassenköter hat. Das kam so: Hund bellt Local an, Local ist ehrlich und aufrichtig beleidigt und meint nur lauthals: “You talking to me?! You don’t know me, dog!“

Ausserdem unternehmen wir Ausflüge auf die Nachbarinseln, treffen alte Bekannte von früheren Destinationen in Panama und suchen die beste Happy Hour (der Weg ist das Ziel!) der ganzen Stadt. Plötzlich passt einfach alles und die Tage vergehen wie im Flug! Zwei Mal verlängern wir unseren Aufenthalt, am Schluss sind es volle zehn Tage, die wir hier verbringen. Wir hätten locker noch länger bleiben können, aber das Hotel hätte unser Budget gesprengt und ein weiteres Mal umziehen wollten wir nicht. Schliesslich gibt es noch so viele Orte zu entdecken. Nächster Halt: Costa Rica! (mar)

English

With Bocas del Toro, short Bocas, it wasn’t love at first sight. But it surely was at second sight! We got off to a bit of a slow start at our first hostel. We chose it for its location between the surf beaches (Paunch and Bluff) and the town of Bocas. Everything within walking distance, we thought. But reality hits us the next day. With our surfboards and nothing more than our board shorts/bikini on, we hit the road. We walk, and walk, and walk – after about an hour we get to Playa Paunch. No waves. Nothing. Luckily, we do find surf somewhere else. Paki Point has a pretty nice wave. The catch: it breaks on a reef in pretty shallow water, especially during low tide. You do not want to mess up your take-off… We get a couple of waves in and then head back home. By now it’s noon, though, so the asphalt is so unbearably hot, we can hardly walk on it without shoes. So we hop from shade to shade and sprint through the sunniest parts. As if that weren’t bad enough, some overzealous dog tries to attack Patricia (no one is harmed) and a humongous insect bites Marcel in the foot. A bit too much action for one morning. We decide to lay low for the rest of the day.

The next day, we decide to check out Bocas town. It’s a pretty laid-back place with a nice Caribbean feel to it. We like it instantly. We also realize that it’s a much better starting point for surf trips. There’s plenty of water taxis that can take you to any surf spot on the various islands around. If you know the prices, it’s a pretty cheap way of getting around. Just don’t pay ahead for the return trip – the captain might not come back for you, because he’s already enjoying a few free drinks on your tap.

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On the way back from town, Marcel’s foot suddenly starts swelling. The insect bite from the day before… By evening, his foot looks like an inflated balloon. It takes two days and a couple of anti-histamine pills for the swelling to finally go back down.

So yeah, like I said: No love at first sight. But we decide to give it another try. Because our hostel is fully booked for the weekend, we move downtown. We get a pretty good deal at a neat hotel with swimming pool, A/C, cable tv. It’s pure luxury! And from this moment on, it’s all perfect. Swell hits and we have some amazing surf sessions. We check out some of the other islands, go snorkeling, kayaking and enjoy many happy hours. We also bump into a few nice people we met at previous destinations in Panama- so time just flies by. Twice we extend our stay, and in the end it’s really hard to leave. But knowing that many more places are waiting to be discovered, we finally say goodbye to these beautiful islands and also to Panama. Next stop: Costa Rica!

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