Das entspannteste Dörfchen in ganz Kolumbien heisst Minca

Minca ist schön. Sogar wunderschön. Umgeben von Urwald und einer intakten Natur, bietet das Dörfchen den perfekten Ausgleich zum lauten und stressigen Stadtleben Santa Martas. Wir erleben dort die entspanntesten Tage unserer Reise. Aber zuerst mussten wir sie uns verdienen.

Die Reise von Santa Marta nach Minca gestaltet sich etwas kompliziert, obwohl es eigentlich ein Katzensprung wäre. Schon kurz nach der Abfahrt gabelt unser Fahrer die nächsten Touristen auf. Ihr Fahrzeug hatte eine Panne und muss abgeschleppt werden. Der Fahrer quetscht die sechs Touristen inklusive Gepäck zu uns in den Jeep. Zwar hat es hinten noch zusätzliche Sitze, trotzdem ist die Beinfreiheit nun arg beschränkt. Dazu kommen die holprigen Strassen und die 100 Kilo Limetten auf dem Dach des Jeeps. So schaukelt sich das stark überladene Gefährt den holprigen Weg hinauf bis zu einer Weggabelung. Dort meint der Fahrer, zu unserer Unterkunft seien es nur noch fünf Minuten in die eine Richtung, er müsse in die andere. Gutgläubig steigen wir aus und machen uns zu Fuss mit unserem 20-Kilo-Gepäck auf den Weg. Der führt mitten durch den Urwald und hält einige sportliche Steigungen bereit. Nach drei Litern Schweiss und 45 Minuten kommen uns erste Zweifel, ob die Aussage des Fahrers vielleicht doch nicht so kompetent war. Nach einer Stunde sind wir total erledigt und die Mücken stechen uns im Sekundentakt. Rückzug! Frustriert stolpern wir den ganzen Weg zurück. Wieder bei der Weggabelung angekommen erfahren wir, dass der richtige Weg derjenige gewesen wäre, den der Fahrer sowieso genommen hat. Gedanklich wünschen wir ihm, dass sein Jeep mit einem lauten Knall auseinanderfällt. Nach einigen Minuten mehr Fussmarsch erreichen wir schliesslich unser Ziel: Die Villa Verde in Minca. Ein Bed and Breakfast von Brigitte, einer ehemaligen Arbeitskollegin von Patricia.

Hier wollen wir die nächsten Tage verbringen und der Hitze Santa Martas entfliehen. Die Region bietet einiges: Es gibt diverse Wasserfälle, eine Kaffeefarm und einen Aussichtspunkt, alles zu Fuss erreichbar. Ausserdem wimmelt es hier von Vögeln. Wir schämen uns zwar ein bisschen dafür, aber ja, wir sind verkappte Birdwatcher!

Der Ausflug zum Wasserfall hält, was er verspricht. Fünf Minuten von unserer Unterkunft (das ist sogar für uns Wandermuffel erträglich), lässt sich das Naturspektakel beobachten. Schwimmen ist dank dem künstlichen Becken auch möglich.

Weniger nach unserem Gusto ist da der Ausflug zur Kaffeefarm. Zuerst gehts ziemlich lange den Berg hinauf. Angekommen gibt es Touren durch die über 120 Jahre alte Kaffeefabrik. Das klingt jetzt einigermassen interessant, allerdings ist die Kaffeesaison vorbei und die Maschinen arbeiten nicht. Und unser Spanisch sprechender Guide versucht die ganze Tour auch auf Englisch zu erklären. Eine schlechte Idee. Keine Ahnung wo der Englisch gelernt hat, aber Patricia und ich schauen uns nur meistens fragend an. Wir verstehen beide kein einziges Wort. Auf dem Weg zurück runter ins Dorf entdecken wir dann immerhin noch Brüllaffen.

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Der Weg vom Dorf zu unserer Unterkunft zurück sparen wir uns. Diverse Motorräder bieten an, die Strecke auf dem Sozius zurück zu legen. Da wir heute schon genug gewandert sind, nehmen wir das Angebot gerne an. Mein Fahrer ist besonders ehrgeizig. Mit einem Höllenzahn rast er den Schotterweg hinauf. Zwischendurch wird noch kurz mit einer Hand ein Whats-App getextet. Wahrscheinlich wartet die Freundin oder das Essen zuhause.

Die nächsten Tage in Minca verbringen wir extrem entspannt. Wir beschliessen sogar, einen ganzen Tag nichts zu machen und nur die Aussicht von unserem Balkon zu geniessen. Es ist wirklich wunderschön hier. Ausserdem verwöhnt uns unsere Gastgeberin Brigitte Schweizer Köstlichkeiten wie Zopf, Röschti und Züri Gschnätzletem. So fühlen wir uns mitten im Urwald wie Zuhause. (mar)

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