Florianópolis: Surfen zwischen Nacktstrand und Spinnenecke

Unser Ausflug an die Piscinas Naturais in einer Minute

Die Ilha de Santa Catarina, auch bekannt als Florianópolis oder Floripa, hat so viele Gesichter wie Namen. In diese Insel hatten wir uns bei unserem letzten Brasilien-Besuch vor zwei Jahren etwas verliebt und wollten unbedingt nochmals hin. Immerhin wartet die 424-km2-Insel mit sage und schreibe 42 Stränden auf (einige Portale sprechen gar von 100!!) – viele davon mit super Wellen. Dieses Mal wollten wir möglichst viel erkunden und mieteten deshalb ein Auto.

Zum Glück! Denn wir verbrachten den halben Tag damit, eine Unterkunft zu suchen. Dass Floripa ein hübscher Ort für Ferien ist, hat sich nämlich rumgesprochen und so ist der Tourismus (vorwiegend brasilianischer und etwas argentinischer) ziemlich angewachsen. Und da kann die Insel (noch) nicht so richtig mithalten. Vieles war ausgebucht oder nur zu Wucherpreisen zu haben. Fairerweise muss man dazu aber noch sagen, dass wir zur Hauptferienzeit der Brasilianer auf der Insel sind. Aus ehemals verschlafenen Fischerdörfchen mit ein paar wenigen Pousadas wurden von Verkehr verstopfte Städtchen. Deren Abwassertänke überfüllen bei starkem Regen und laufen ins Meer. Einheimische setzen nach Regen deshalb 24h keinen Fuss in Gewässer rund um bewohnte Gebiete.

Und trotzdem gibts noch haufenweise Traumplätze auf Floripa. Ich meine, guckt euch mal das hier an!

Wir kamen schliesslich bei einer brasilianischen Grossfamilie etwas abseits in Fortaleza da Barra wunderbar unter. Vor allem der Grossvater der Familie wuchs uns sofort ans Herz. Wann immer er uns antrifft (und er schaut schon, dass das mindestens ein Mal am Tag passiert), redet er in einem Tempo drauflos, als gäbe es kein Morgen. Da stossen wir mit unseren Brasilianisch-Kenntnissen regelmässig an unsere Grenzen. Aber irgendwie verstehen wir uns am Ende doch immer. Und auch der Hof-Güggel ist uns sehr sympathisch. Während anderes Gefieder schon frühmorgens um vier loskrächzt, ist seine innere Uhr etwas relaxter. Vor 9 Uhr hat man da nichts zu befürchten.

Von diesem wunderbaren Zuhause aus starten wir also täglich Ausflüge an alle möglichen Strände. Der allererste bringt uns an einen Ort mit dem schauderhaften Namen «Ponta das Aranhas», also der Spinnenecke. Warum er so heisst werden wir nie wissen – die grusligen Achtbeiner sind ja zum Glück an Land und nicht im Wasser. Der traumhafte Praia Moçambique im Video oben ist einer unserer Favoriten. Leider zeigt er sich die meisten Tage von der flachen Seite. Nur an einem Tag brechen die Wellen und da sind sie so gross, dass sie uns einiges abfordern. Überhaupt erreicht uns nach ein paar eher kleinen Tagen ein ziemlich heftiger Swell. Vor allem unser Ausflug an den Nudisten-Strand Praia da Galheta wird uns diesbezüglich lange in Erinnerung bleiben. Nicht (nur) wegen den Nackten am Strand, sondern wegen den Bergen von Wellen, die sich dort vor uns auftürmten. Ganz geheuer war uns das nicht immer. Die meisten Surf-Tage verbringen wir aber am Praia Joaquina, Praia Mole und Praia Barra da Lagoa und haben eigentlich immer unseren Spass.

Alles in allem überzeugt uns Floripa surftechnisch einmal mehr. Und die Tage fliegen nur so vorbei. Was auch ein bisschen damit zu tun hat, dass wir relativ viel Zeit mit Auto beladen, Strand A, B und C abchecken und nach dem Surfen wieder retour fahren. So sind wir meist erst um die Mittagszeit zurück, sorgen uns dann um die Essensbeschaffung und eh man sich versieht ists auch schon wieder 15 Uhr und man hat noch “nichts” gemacht. Dann muss man mal die Surfkonditionen für den Abend und den nächsten Tag checken (ihr erinnert euch, die Insel hat viiiiele Strände). Wasser einkaufen gehen. Kleider waschen. Und mal ein Bierchen trinken. Und schwupps ist schon wieder Abend! Das ist mit eine Erklärung, warum dieser Blog derart Verspätung hat. 😉 Ihr seht – das Leben als Reisende ist ganz schön anstrengend. Falls ihr jetzt ein bisschen Mitleid habt, klickt mal durch diese Bildergalerie. Das verfliegt dann ganz schnell wieder. (pat)

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